Naturnachtgebiet Eisenwurzen
Ein großräumiges Schutzgebiet für natürliche Dunkelheit im
Dreiländereck Oberösterreich - Niederösterreich - Steiermark
Es gilt als größtes Naturnachtgebiet Österreichs und ist von Dark Sky International als "Dark Sky Reserve" zertifiziert. Das Gebiet umfasst die Großschutzgebiete Nationalpark Kalkalpen, Nationalpark Gesäuse, das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal sowie die Naturparke Steirische Eisenwurzen, Niederösterreichische Eisenwurzen und die Ötscher-Tormäuer.
- Lage: Dreiländerecke Oberösterreich-Niederösterreich-Steiermark
- Fläche: 2.396 km² Gesamgebiet, davon 975 km² Kernzone
- Zonierung: Kernzone mit sehr strengen und Peripheriezone mit entsprechenden Lichtvorgaben. 20 aktive Gemeinden erstellten Lichtmanagementplan.
- Ziel: Schutz des natürlichen Nachthimmels und Reduktion von Lichtverschmutzung
- Status: größtes Naturnachtschutzgebiet Österreichs und drittgrößtes in Europa
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Warum ist die Naturnacht so schützenswert?
- Biodiversität & Insektensterben: Milliarden Insekten verenden jährlich an künstlichen Lichtquellen – sie werden angelockt, erschöpfen oder verbrennen. Das trifft auch Tiere, die sich von ihnen ernähren – die gesamte Nahrungskette gerät aus dem Gleichgewicht. Kunstlicht zerstört Lebensräume im Verborgenen.
- Pflanzen: Künstliches Licht stört den natürlichen Biorhythmus – Bäume werfen ihr Laub später ab oder verfärben sich nicht im Herbst - sie sind anfälliger für Frost und werden morsch. Gleichzeitig wird die nächtliche Bestäubung gestört, weil Insekten ausbleiben.
- Tiere brauchen Dunkelheit: Nachtaktive Tiere wie Fledermäuse, Eulen oder Amphibien werden gestört oder vertrieben – mit langfristigen Folgen für ganze Ökosysteme.
- Gesundheit schützen: Künstliches Licht hemmt die Produktion von Melatonin – das stört den Schlaf und den inneren Rhythmus des Menschen. Wir haben uns seit Beginn der Menschheit auf einen Tag-Nacht-Ryhtmus gewöhnt und unsere Körperfunktionen mit unseren Hormonen (Cortisol als Taghormon und Melantonin als Nachthormon) daran angepasst.
- Sternenhimmel retten: Lichtverschmutzung lässt die Sterne verschwinden – ein Verlust an Kultur, Wissenschaft und Staunen.
- Energie sparen & Klima schützen: Weniger Licht bedeutet weniger Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß – ein Beitrag zum Klimaschutz.
Zitat Stefan Wallner, Universität Wien
“Nur noch rund 1 % der Menschen in Europa leben unter einem natürlich dunklen Nachthimmel, frei von Lichtverschmutzung. Über Jahrtausende passten sich Lebewesen dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus an. Tier- und Pflanzenwelt sowie die menschliche Gesundheit benötigen die natürliche Dunkelheit. Lichtverschmutzung, ein junges, aber rapide zunehmendes Phänomen, gefährdet jedoch diese und zählt heute zu den unterschätztesten Umweltgefahren unseres Planeten“.