Nationalpark Kalkalpen, Nationalpark Gesäuse und das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal sprechen sich für eine gezielte Bestandsstützung des Luchses im Alpenraum aus.
Zukunft des Luchses in den Alpen sichern:
Schutzgebiete legen gemeinsames Positionspapier vor
In einem gemeinsamen Positionspapier sprechen sich der Nationalpark Kalkalpen, der Nationalpark Gesäuse und das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal für eine gezielte und wissenschaftlich begleitete Bestandsstützung des Luchses im Alpenraum aus. Der aktuelle Bestand ist langfristig ohne unsere Hilfe nicht überlebensfähig.
Der Luchsbestand in den österreichischen Kalkalpen ist stark geschwächt. Derzeit leben nur sieben Tiere in der Region, eine regelmäßige Reproduktion ist seit 2018 nicht mehr dokumentiert. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters einzelner Tiere sowie der engen genetischen Verwandtschaft ist ein Fortbestand der Population ohne gezielte Maßnahmen nicht gesichert.
v.l.n.r.: Josef Forstinger (Nationalpark Kalkalpen), Herbert Wölger (Nationalpark Gesäuse) und Christoph Leditznig (Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal) unterzeichnen gemeinsames Positionspapier. © Andreas Hollinger
Die drei Schutzgebiete sprechen sich daher für eine wissenschaftlich begleitete Bestandsstützung aus. Vorgeschlagen wird die schrittweise Freilassung von rund 20 genetisch nicht verwandten Individuen der Unterart Karpatenluchs. Ziel ist es, die genetische Vielfalt zu stärken und die Grundlage für eine dauerhaft eigenständige Population im Alpenraum zu schaffen. Begleitend dazu sollen Luchsarbeitskreise mit Vertreter:innen aus Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz und Behörden Transparenz gewährleisten und einen konstruktiven Dialog sicherstellen.
„Der Luchs gehört zur natürlichen Artenvielfalt unserer Alpen. Wenn wir eine stabile Population erhalten wollen, müssen wir jetzt verantwortungsvoll und wissenschaftlich fundiert handeln“, so Nationalpark Direktor DI Josef Forstinger.
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