Die Winterruhe ist eine sensible Phase im Naturkreislauf. Wer jetzt im Nationalpark unterwegs ist, sollte besonders rücksichtsvoll sein.
Achtsam durch die kalte Jahreszeit im Nationalpark Kalkalpen
Wenn die Tage kürzer werden und der erste Frost die Landschaft überzieht, kehrt in der Waldwildnis des Nationalpark Kalkalpen eine besondere Zeit ein: die Winterruhe.
Bereits Anfang November starten die Vorbereitungen zur Einwinterung. Dabei werden in Zusammenarbeit von Mitarbeitern der Österreichischen Bundesforste und der Nationalparkgesellschaft Themenwege abgebaut, Stützpunkte eingewintert und die lnfrastrukturarbeiten weitgehend eingestellt. Der Winter ist eine wichtige Erholungsphase für die Natur und auch die Besucher:innen werden gebeten, den Tieren und Pflanzen Raum zu geben, um zur Ruhe zu kommen. Ob Rot- und Rehwild, Gams, Schneehasen oder Auerhahn - sie reduzieren ihre Aktivitäten, sparen Energie oder ziehen sich in geschützte Bereiche zurück. So bedeutet jede Störung für Wildtiere in der kalten Jahreszeit einen erhöhten Energieverbrauch, denn sie senken ihre Körpertemperatur, Atmung und Pulsschläge, um den Energieaufwand zu reduzieren. Wenn dieser Ruhezustand gestört wird, benötigen sie oft Tage, bis sie wieder in den „Ruhemodus" kommen - dies kann mitunter überlebensentscheidend sein. Auch viele Pflanzen treten in eine Art „Winterschlaf' und warten auf die wärmeren Monate, um erneut zu erblühen. "Die Winterruhe ist eine sensible Phase im Naturkreislauf. Wer jetzt im Nationalpark unterwegs ist, sollte besonders rücksichtsvoll sein," erklärt Nationalpark Direktor Josef Forstinger. Dazu gehört, auf den markierten Wegen zu bleiben, Hunde an der Leine zu führen und laute Geräusche zu vermeiden.
Besondere Vorsicht gefragt
Da in den Wintermonaten keine lnstandhaltungsarbeiten der Infrastruktur stattfinden, wird um besondere Vorsicht gebeten. Es erfolgt keine Schneeräumung und auch keine Kontrolle auf gefährliche Bäume. Die Nutzung der Wanderwege sollte daher zum eigenen Schutz mit größter Vorsicht erfolgen. Vor allem Ski-Tourengeher werden gebeten, sich rücksichtsvoll zu verhalten. Dabei sollten die Hauptrouten nicht verlassen werden, um den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt zu gewährleisten.
Die Winterlandschaft bewusst erleben
Trotz oder gerade wegen der Ruhe bietet der Nationalpark auch im Winter beeindruckende Naturerlebnisse: Spuren im Schnee erzählen Geschichten von Tieren, die wir selten zu Gesicht bekommen. Für alle, die die wundervolle Winterlandschaft im Nationalpark erleben möchten, werden winterliche Ranger Touren - zum Beispiel Schneeschuh-Wanderungen - angeboten. Nähere Informationen und alle Tourenangebote sind unter www.kalkalpen.at abrufbar oder in den Besucherzentren erhältlich.
Presseinformation: Bundesforste Nationalparkbetrieb Kalkalpen
Rückfragen an Frau Daniela Wurmböck-Wittwehr, Daniela.Wurmboeck@bundesforste.at