Schwarzflügeliger Käfer mit orangem Nackenschild

Wildnis im Nationalpark - ein Renaturierungsprozess

Seltene und einst verschollene Tierarten kehren zurück.

Der Zoologe Dr. Erich Weigand präsentiert in diesem Vortrag anhand zahlreicher Bilder die sich, seit dem Einstellen der Forstwirtschaft vor 30 Jahren, verändernde Landschaft und den Verwilderungsprozess, welchen die Natur vorwiegend selbst bestimmt. Dabei werden hoch spezialisierte und sehr seltene Tierarten vorgestellt, die dadurch wieder einen Lebensraum finden. Es handelt sich um Urwaldreliktarten, die man heute nur noch in den letzten Urwäldern Europas findet, und um Endemiten, welche es nur in Österreich oder gar nur in den Oö. Kalkalpen gibt. Des Weiteren betrifft es sehr selten gewordene Schmetterlinge, die offene Lebensräume besiedeln und durch Schutzmaßnahmen auf den Almen im Nationalpark Kalkalpen heute teils wieder zahlreich zu beobachten sind. Viele dieser Arten zählen zu den besonderen Charakterarten des Schutzgebietes!

Treffpunkt: Nationalpark Zentrum Molln, 4591 Molln
Beitrag: Eintritt frei

Referent: Dr. Erich Weigand forscht seit 1993 als Zoologe und Gewässerökologe im Gebiet des Nationalpark Kalkalpen und zählt seit 2000 zum Team der Nationalpark Verwaltung. Im Rahmen seiner Tätigkeit dokumentiert er die Entwicklung vom einstigen Wirtschaftswald hin zu einem Naturwald – denn auf den vielen Almen im Nationalpark gilt es, gefährdete Tierarten zu schützen. Er beurteilt maßgeblich nur nach dem Vorkommen von Arten. Welche Arten sind es? Wo kommen diese vor? Wie geht es ihnen? Bei dieser emsigen Schnüffelei wurde er auch schon zu Tierarten fündig, die bislang der Wissenschaft unbekannt waren.

Urwald mit liegendem Totholz
Urwald mit Totholz ©Andreas Mayr

Urwald © Andreas Mayr

Der Nationalpark Kalkalpen hat seine nationale sowie auch hohe internationale Stellung als „Wald-Großschutzgebiet“ gefunden. Mit 81 % Waldbedeckung gilt er als DER „Wald-Nationalpark“ in Österreich. Und dies gilt auch für den gesamten Alpenraum, denn bei den derzeit 13 Alpen-Nationalparks handelt es sich überwiegend um alpin geprägte Schutzgebiete, deren Gesamtfläche zu 84 % über der Waldgrenze liegt. Maßgeblich zu einem raschen Verwilderungsprozess beigetragen hat die hoch dynamische Entwicklung von etlichen massiven Naturereignissen in den letzten beiden Jahrzehnten (Lawinen, Windwürfe nach Orkanen, Waldbrand, Hochwasser, Borkenkäfer u.a.). Viele zurückgedrängte und einige von der Fachwelt als ausgestorben vermutete Tierarten finden wieder einen Lebensraum, kehren zurück und besiedeln ihre ursprüngliche Heimat.

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Nationalpark Zentrum Molln
4591 Molln, Nationalpark Allee 1
Telefon +43 7584 3651
Email nationalpark@kalkalpen.at

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