Langzeitbeobachtung
von Ökosystemen
in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt
Seit 1992 wird im Reichraminger Hintergebirge am Zöbelboden unter Leitung des Umweltbundesamtes ökosystemare Langzeitforschung betrieben. Die 90 ha große Forschungsfläche ist einer der bestuntersuchten Waldstandorte in Österreich.
Als Reaktion auf das Waldsterben in den 70er und 80er Jahren wurde im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention ein Messnetz zur Überwachung der weiträumigen, grenzüberschreitenden Luftverschmutzung ins Leben gerufen – das „ICP-IM“ Programm.
Der Forschungsstandort Zöbelboden ist Österreichs Beitrag zu diesem Messnetz. Die Abgelegenheit des Standortes, fernab von direkt benachbarten großen Emittenten, im Nordstau der Alpen und eingebettet im Nationalpark Kalkalpen machen ihn zu einem idealen Standort für Hintergrundmessungen.
Neben dem ursprünglichen Forschungsziel, der Beobachtung von Schadstoffeinträgen aus der Luft und deren Auswirkungen auf Land- und Süßwasserökosysteme, sind mittlerweile auch Forschungsfragen zu den Themen Klimawandel, Treibhausgasbilanz und Biodiversität in den Fokus gerückt. Das umfangreiche Monitoring umfasst Luft, Boden, Baumbestand und Wasser. In regelmäßigen Inventuren werden Vegetation, Moose, Flechten, Vögel und neuerdings auch Insekten erhoben. Die wöchentlichen Probenahmen, diverse Wartungsarbeiten und die Probenaufarbeitung im Nationalpark Zentrum Molln werden von Nationalpark Mitarbeiter:innen durchgeführt. Die erhobenen Daten fließen mittlerweile in 18 verschiedene Forschungsnetzwerke ein und sind eine wichtige Grundlage zur Festlegung und Überwachung von Schadstoffgrenzwerten, zum Schutz von Ökosystemen.