Welterbe
Buchenwälder

IM NATIONALPARK KALKALPEN

Der Wald im Nationalpark Kalkalpen wird in etwa zur Hälfte von Laubwäldern (rund 8.500 ha) bestockt. Neben kleinflächigen Au-, Sumpf- oder Schluchtwäldern werden diese hauptsächlich von Buchenwäldern aufgebaut. Dabei finden die Buchenwälder ihre Hauptverbreitung flächenmäßig im waldreichen Hintergebirge.
Herbstlich gefärbter Buchenwald leuchtet im Sonnenlicht, im Hintergrund ein verschneiter Bergwald
Wintereinbruch ©Lorenz Sieghartsleitner

Das Herzstück im Schutzgebiet

Alte Buchenwälder

Die Buchenwälder im Nationalpark Kalkalpen erstrecken sich von 380 bis 1.450 Metern Seehöhe. Vom tiefgelegenen reinen Buchenwald bis hin zum hochmontanen Fichten-Tannen-Buchenwald sind sie besonders hohen Niederschlägen, tiefen Temperaturen und vor allem hohen Schneemengen ausgesetzt. Die Buche passt sich mithilfe des Säbelwuchses an die starke mechanische Belastung von Schneedruck und Lawinen an. Weitere prägende Wirkung geht standortbedingt von der Geologie, dem Wasser und der Steilheit des Geländes aus. Dadurch entsteht eine enorme Standortvielfalt, die in einem Mosaik an unterschiedlichen Biotoptypen auf kleinstem Raum resultiert und charakteristisch für den Nationalpark Kalkalpen ist.
 
Buchenurwälder, aber auch naturnahe Buchen-Altbestände sind in Europa mittlerweile selten geworden. Im Waldnaturschutz führten sie lange Zeit ein Schattendasein. Seit jedoch der Wert und die Gefährdung dieser Wälder unumstritten sind, ist ihr Erhalt in den Fokus des Naturschutzes gerückt und auch auf europäischer Ebene relevant. Seit 2017 zählen die alten Buchenwälder und Buchenurwälder des Nationalpark Kalkalpen zum UNESCO Weltnaturebe.
tämmen und liegendes Totholz in lichtem Wald. Mit der einsetzenden Herbstfärbung leuchten die Buchenblätter in verblassendem grün und intensiven Gelb-und Orangetönen
Herbstlicher Buchenurwald ©Roland Mayr
Frühlingsgrüner Buchenwald in tiefer Schlucht, an deren Grund fließt Gebirgsbach
© Erich Mayrhofer

Buchenwälder dominieren in
Österreichs Waldnationalpark

Der Wald im Nationalpark Kalkalpen wird in etwa zur Hälfte von Laubwäldern (rund 8.500 ha) bestockt. Neben kleinflächigen Au-, Sumpf- oder Schluchtwäldern werden diese hauptsächlich von Buchenwäldern aufgebaut. Dabei finden die Buchenwälder ihre Hauptverbreitung flächenmäßig im waldreichen Hintergebirge. Die tiefst gelegenen Seehöhen befinden sich in der Umgebung Weißenbachtal/Wilder Graben bei Reichraming, wo sich das sogenannte Optimum des Buchenwaldes befindet. Trotz intensiver Nutzung hat sich hier die Buchen vor allem an laubwaldreichen Talflanken sehr vital gehalten. Anders das Bild im Sengsengebirge: Südseitig findet man vor allem wärmeliebende Buchenwälder, die in steilen, trockenen Südhängen zu Schneeheide-Kiefernwäldern überleiten, während sie an der steilen Nordseite teilweise die Waldgrenze bilden.

Sonnenstrahlen fallen durch sommergrünes Kronendach im Buchenwald
Kronendach im Buchenwald ©Herfried Marek

Buchenwälder
echte Naturschönheiten

Ein Großteil der Attraktivität, die von Buchenwäldern ausgeht, rührt von den Veränderungen im Licht- und Blühaspekt im Jahresverlauf. Das wohl auffälligste Merkmal ist der Laubfall, der die jahreszeitlichen Unterschiede und Bedingungen innerhalb der Standorte prägt. Vor allem der Lichteinfall wird durch den Laubfall maßgeblich beeinflusst. So erstrahlt der Buchenwald im Frühling schon vor dem Laubaustrieb im Blütenmeer der Frühjahrs-Geophyten, die die kurze blattfreie und lichtintensive Zeit nach dem Winter nutzen, um zu fruchten und sich dann wieder in den Boden zurückzuziehen. Kurz nach dem Laubaustrieb folgt auf die Frühlingsblüher das zarte Grün der Buchenblätter, das wohl jeden beeindruckt, sooft sich dieses Naturschauspiel auch wiederholen mag. Die auffällige Saisonalität, die alle Buchenwälder und sommergrünen Laubwälder gemein haben, unterscheidet sie somit auch grundlegend von den immergrünen Nadelwäldern.

Nebelstimmung im Frühling im Bergwald
Frühling im Bodinggraben ©Herfried Marek

Buchenwald ist
nicht gleich Buchenwald

Je nach Standort, Höhenlage, Bestandesalter und/oder soziologischer Ausbildung unterscheiden sich Buchenwälder hinsichtlich der vorkommenden Pflanzenarten und Strukturmerkmale. In den tiefsten Lagen der Buchenverbreitung, insbesondere auf frischen, gut durchlüfteten Böden, sind einschichtige, hallenartige Buchenreinbestände charakteristisch. Eine schwache Stufung im Bestand zeigt sich in höheren Lagen auf mittelwüchsigen Böden. Auf warm-trockenen Standorten hingegen verliert die Buche an Konkurrenzkraft. Lichtbaumarten, wie die Rotkiefer und zahlreiche Straucharten treten hinzu und bilden so mehrschichtige Bestände aus (Mayer 1974). Je nach Kronenschluss variiert auch die Diversität in der Krautschicht.

Lila Zyklamenblüten wachsen aus mit Buchenlaub bedecktem Waldboden
Zyklamen-Buchenwald ©Erich Weigand

Sechs verschiedene
Buchenwaldgesellschaften

Wärmeliebende Buchenwälder (Cephalanthero Fagenion)

  • Zyklamen-Buchenwald
  • Schneerosen-Buchenwald

 

Mitteleuropäische Buchenwälder mittlerer Standorte (EU-Fagenion)

  • Waldmeister-Buchenwald

 

Alpisch-dinarische Karbonat-Buchen- und Fichten-Tannen-Buchenwälder (Lonicero alpigenae-Fagenion)

  • Nordostalpischer-Karbonat-Alpendost-Fichten-Tannen-Buchenwald
  • Nordostalpischer Lehm-Fichten-Tannen-Buchenwald
  • Hochmontaner Karbonat-Buchen-Wald
Buche mit knorrigem Stamm steht in felsdurchsetztem Waldgelände
Älteste Buche im Alpenraum ©Christian Fuxjäger

Höher - dicker - älter

Rotbuchen Rekorde

In den größten, noch erhaltenen europäischen Buchen-Urwäldern der Karpaten finden sich die Buchen-Superlativen schlechthin. Im tiefen Urwald stocken Buchen, die Höhen von bis zu 53 Metern und einen Brusthöhendurchmesser von rund 1,4 Meter erreichen. Der Nationalpark Kalkalpen, der aufgrund der Wüchsigkeit des Gebietes naturgemäß nicht mit diesen Rekorden mithalten kann, weist jedoch auch eine bemerkenswerte Ausstattung auf:

  • Höchste Buche: 41,5 Meter
  • Dickste Buche: 2,14 Meter Brusthöhendurchmesser (mehrstämmig)
  • Älteste Buche: 550 Jahre (im Jahr 2024)
  • Höchstgelegener Buchenwald: 1.450 Meter Seehöhe, Schwarzkogel

3D Panoramen unserer Buchenwälder

Buchendominierter Bergmischwald

Hochgelegener Buchenreinbestand

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